18. Juni 2009
Letzten Sonntag haben wir uns mit den zukünftigen Zivis getroffen und gemeinsam ihren Einsatz in Bolivien vorbereitet. Dieses Vorbereitungstreffen ist nicht nur notwendig, weil man für Mentalitätsunterschiede oder landesspezifische Gefahren und Risiken sensibilisiert werden muss, sondern vor allem, weil zwischen dem eigenen Wunsch zu Helfen und der Möglichkeit etwas nachhaltig verändern zu können oft ein großer Unterschied klafft. Dann aber wird der eigene Einsatz für eine bessere Welt schnell frustrierend…
Heute beginnt im swr eine vierteilige Reportage über den Freiwilligendienst um Ausland. Heute abend wird es über den Abschied in Deutschland gehen – und wie die Eltern damit umgehen, wenn die Jugendlichen „flügge“ werden. Uns liegt aber besonders die nächste Folge sehr am Herzen, denn hierin geht es über die vielleicht größte Problematik im Freiwilligendienst: Wie geht man mit der anderen Kultur um? Welchen Platz nimmt man in der neuen Gesellschaft ein? Darf man da überhaupt noch eigene Ansprüche haben? Und was macht man, wenn es nicht läuft, wie man es sich erwartet hat? Viele Idealisten, die sich aufgemacht haben, um am anderen Ende der Welt zu helfen, kehren frustriert zurück: zuletzt scheint man auf dieser Erde nichts verändert zu haben, außer sich selbst… – man ist einer Illusion beraubt.
Doch man darf die Hoffnung in der Entwicklungszusammenarbeit natürlich nicht verlieren, denn die Jugendlichen haben allesamt und jeder für sich viel geleistet. Meistens ist man ja auch nicht so sehr darüber frustriert, dass sich garnichts verändern ließ, sondern darüber, dass die eigenen Ansprüche zu Beginn so unrealistisch hoch waren. Und eben an diesen Ansprüchen muss man arbeiten – die Reportage versucht hier „Entwicklungshilfe“ in Deutschland zu leisten und ein realistischeres Bild darüber vermitteln, was wünschenswerter Wunsch bleiben muss – und was wirklich Wirklichkeit werden kann…
swr: 25.06, 22:30 Uhr
Die Freiwilligen – ein Jahr für die Welt. Wunsch und Wirklichkeit
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Verfasst von Florian Tress
5. Juni 2009
Vor knapp zwei Wochen hatte ich über die Anschaffung der Zelte berichtet, mit dem Ziel eine Wanderung in die Yungas zu unternehmen. Diese Wanderung hat mittlerweile stattgefunden. Während mir die Lehrer aus dem Projekt aber fast nüchtern von einem Ausflug berichteten, in dem es um Erlebnispädagogik und Naturerfahrung ging, erzählten die Jugendlichen begeistert von der Wanderung als Überlebenstraining („caminata de sobrevivencia“), als großem Abenteuer. Doch machen Sie sich am besten selbst ein Bild…
Für die Tour wurde zunächst ein ortskundiger Führer gebucht, denn man wollte sich auf dem Weg nicht verirren – im Gegenteil: man wollte den alten Inkapfad in die Yungas gehen, um den Jugendlichen etwas über die eigenen Vorfahren beibringen zu können.
Die ganze Wanderung stand unter dem Motto „Ayni“ – das ist Aymara und heißt: „Heute für Dich und morgen für mich!“ – ein wichtiges Prinzip der Aymarakultur. Man wollte also das Gemeinschaftsgefühl und die gegenseitige Hilfsbereitschaft stärken – und tatsächlich: schon bald sah man die älteren Jugendliche, wie sie den Rucksack der jüngeren Teilnehmer trugen, bzw. die Gentlemen, wie sie die Damen beim Gepäck unterstützten.

Gute Laune und viel Spaß stärken das Gemeinschaftsgefühl
Am ersten Tag ging es fast nur bergauf – zunächst musste die Andenkette überquert werden, bevor man am nächsten Tag in Richtung Yungas wieder abwärts laufen konnte. Man kann sich gut vorstellen, wie müde die ganze Gruppe am Ende des Tages war. Während die hartgesottenen Jugendlichen draußen im Zelt schliefen, kamen die Betreuer und jüngeren Teilnehmer der Wanderung in einer kleinen Hütte unter.

Über Stock und Stein: Natur hautnah erleben
Am nächsten Tag ging es dann gut erholt bergabwärts. Langsam nahm die Vegetation zu: das staubige Ocker der Hochebene verwandelte sich langsam zu tropischem Grün. Nach dem Mittagessen hielt man sich noch ein wenig mit einem Fußballspiel auf, bei dem Sariry gegen eine andere Wandergruppe antrat. Natürlich hat Sariry gewonnen und als Preis gab es eine Flasche Limonade. Derart gestärkt ging es schließlich auf die letzte Etappe, zur Ortschaft Yanacachi.

Endlich angekommen: soviel Bewegung macht hungrig!
Am Ziel angekommen waren dann alle erschöpft und glücklich zugleich. Ein gemeinsames Abendessen rundete die Wanderung ab, bevor es mit dem Bus wieder zurück nach Tilata ging. Für die Jugendlichen war das ein einmaliges Erlebnis, an das sie noch lange denken werden!
Ich möchte die vielen Dankesbekundungen, die mich von Lehrern und Jugendlichen erreicht haben, an dieser Stelle gerne weiterleiten – diese gelungene Wanderung wäre ohne Ihre Unterstützung nicht möglich gewesen!
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Verfasst von Florian Tress