14. November 2009
Dass in Bolivien der Bergbau für Folklore und nationales Selbstverständnis eine wichtige Rolle spielen, hatten wir schon in früheren Beiträgen angesprochen – und auch, dass die Kultur der Campesinos (wie Indios ja politisch korrekt bezeichnet werden) häufig untrennbar mit der Kultur ihrer früheren Kolonialherren verbunden ist. Die Dokumentation, die wir heute in unserem TV-Hinweis haben, beleuchtet ein besonders perfides Beispiel für diese Art von Kulturverbandelung.
Um die Minenarbeiter zu härterer Arbeit anzutreiben, förderten die Kolonialherren in Potosi einen Aberglauben: Im Berg wohne der Geist des Teufels, der nur durch harte Arbeit und Opfergaben zu besänftigen sein und andernfalls für Grubenunglücke sorgen würde. Dieser Glaube wurde im Laufe der Jahrhunderte immer stärker von den Mineros verinnerlicht, so dass es heute auf den ersten Blick so scheint, als sei das alles ein präkolonialer, ursprünglicher Glaube der Indios.
Die Dokumentation geht dem Berg des Teufels und seinen Mythen auf die Spur. Erzählt wird aus der Perspektive des 14-jährigen Halbwaisen Basilio, der seine Mutter und vier Geschwister mit seiner Arbeit in den Minen über die Runden bringen muss. Derart vom Schicksal bedrängt, versucht Basilio die Gnade des Teufels zu erwirken…
Basilio und der Berg des Teufels ist eine Dokumentation von Richard Ladkani (Österreich) und Kief Davidson (USA), die mehrfach ausgezeichnet wurde. Und weil man Worten auch Taten folgen lassen soll, entstand kurze Zeit später in Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe ein Projekt für die rund 6500 Kinder, die im Bergbau arbeiten (800 davon unter Tage).
arte: 21.11., 14:00 Uhr
Basilio und der Berg des Teufels
P.S.: Für alle, die die Ausstrahlung im Fernsehen verpassen, gibt es die DVD auch bei Amazon zu bestellen.
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Verfasst von Florian Tress
1. November 2009
Vor etwa einem Monat musste ich hier die schlechte Nachricht posten, dass der Wind eine Außenmauer im Projekt zum Einsturz gebracht hatte. Heute kann ich den Erfolg vermelden: es ist wieder alles in Ordnung!
Was genau war passiert? Tilata ist recht dünn besiedelt und so kann der Wind recht ungebremst über die Hochebene fegen. Da die Außenmauern im Projekt aus Kostengründen nur aus luftgetrockneten Ziegeln bestanden, die durch Wind und Wetter im Laufe der Zeit zudem heftig angegriffen waren, hat ein Windstoß einen Teil der Mauer zum Einsturz gebracht. Ein großes Problem war dabei, dass in SARIRY viele Wertgegenstände (z.B. die Computer) ungeschützt waren.

Zivi Alexander umringt von Kindern auf der Baustelle
Wo kamen die Mittel zum Wiederaufbau her? Rund 100 Euro (!) haben die Familien in Sariry selbst beigesteuert, das restliche Geld kommt aus Deutschland und Kanada – den beiden Ländern, in denen SARIRY Partnerschaften unterhält. Die Arbeit wurde wieder zum großen Teil von den Familien umgesetzt, die von SARIRY profitieren. Außerdem haben unsere Zivis Alexander und Vitus tatkräftig mitgeholfen.
Wie sieht die neue Mauer aus? Die neue Mauer wurde unter Mithilfe aller Mitglieder in SARIRY von Maurermeister Señor Angel gebaut. Dabei wurden die Fundamente freigelegt und hochwertige Materialien verwendet. Diesmal soll die Mauer dem scharfen Wind im Altiplano trotzen können.

Alle helfen mit, wo es nur geht.
Unser herzlicher Dank gilt allen, die den Bau der Mauer mit einer Spende unterstützt haben!
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Verfasst von Florian Tress